🔍 Berechnungen & Quellen

Transparenz ist uns wichtig. Auf dieser Seite findest du alle Formeln, Richtwerte und Datenquellen, die dem Hundefutterrechner zugrunde liegen – nachvollziehbar und ohne Geheimnisse.

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⚡ 1. Energiebedarf (kcal/Tag)

Die Grundlage aller Berechnungen ist der Ruheumsatz (RER – Resting Energy Requirement). Er beschreibt den Energiebedarf eines ruhenden Tieres und wird aus dem Körpergewicht berechnet. Darauf werden Faktoren für Aktivität und Alter aufgeschlagen.

RER = 70 × KG0,75  [kcal/Tag]

Täglicher Energiebedarf = RER × Aktivitätsfaktor × Altersfaktor × BCS-Faktor × Kastriert-Faktor

🔢 Interaktiver RER-Rechner

ParameterWertErläuterung
Gewicht (KG) in kg Körpergewicht des Hundes
RER-Exponent 0,75 Metabolische Körpermasse nach NRC (2006) – allometrische Skalierung
RER-Vorfaktor 70 Standardfaktor für Hunde laut NRC (2006) / Hilary Watson et al.
Aktivitätsfaktor – Gering × 1,2 Wenig Bewegung (ältere, inaktive Hunde)
Aktivitätsfaktor – Normal × 1,6 1–2 Spaziergänge pro Tag (Standard-Haushundshaltung)
Aktivitätsfaktor – Aktiv × 2,0 Ausdauersport, Arbeitshunde
Altersfaktor – Welpe (< 1 Jahr) × 2,0 Erhöhter Energiebedarf für Wachstum
Altersfaktor – Junghund (1–2 Jahre) × 1,5 Noch erhöhter Bedarf, Wachstum fast abgeschlossen
Altersfaktor – Adulter Hund (2–8 Jahre) × 1,0 Kein Altersaufschlag (Standard)
Altersfaktor – Senior (> 8 Jahre) × 1,1 Leicht erhöhter Bedarf zur Muskelerhaltung
Kastriert / Sterilisiert × 0,85 Kastrierte Hunde haben ca. 15 % geringeren Energiebedarf
BCS 1–2 (extrem / sehr dünn) × 1,25 Stark erhöhter Bedarf zur Gewichtszunahme
BCS 3 (dünn) × 1,10 Leicht erhöhter Bedarf
BCS 4–5 (ideal) × 1,00 Kein BCS-Aufschlag oder -Abschlag
BCS 6 (leicht übergewichtig) × 0,90 Leichte Kalorienreduktion
BCS 7 (übergewichtig) × 0,80 Moderate Kalorienreduktion
BCS 8–9 (stark übergewichtig) × 0,70 – 0,60 Deutliche Kalorienreduktion – tierärztliche Begleitung empfohlen

🥩 2. Tagesbedarf der Nährstoffe

Alle Zielwerte basieren auf den Empfehlungen des NRC (National Research Council, 2006) für adulte Hunde (Erhaltungsbedarf) und wurden für eine pflanzenbasierte Ernährung leicht nach oben angepasst, da pflanzliche Proteinquellen eine geringere biologische Verfügbarkeit aufweisen.

Alle Werte gelten für einen gesunden, adulten Hund. Krankheitsspezifische Anpassungen sind in Abschnitt 3 beschrieben.

Nährstoff Formel (pro Tag) Einheit Begründung / Quelle
Energie RER × Aktivitätsfaktor × Altersfaktor kcal Siehe Abschnitt 1
Protein KG × 5,0 g g/Tag NRC empfiehlt ~2,6 g/kg für tierisches Protein; für pflanzliches Protein wird ca. 5 g/kg als Richtwert angesetzt, da die biologische Verfügbarkeit geringer ist (Digestibility Coefficient ~0,7–0,8 bei Hülsenfrüchten)
Fett KG × 1,5 g g/Tag NRC-Minimum für Linolsäure + allgemeiner Fettbedarf; entspricht ca. 14 % der Tagesenergie bei einem 10-kg-Hund
Calcium KG × 50 mg mg/Tag NRC (2006): 500 mg/Tag für einen 10-kg-Hund (50 mg/kg)
Phosphor KG × 40 mg mg/Tag NRC (2006): 400 mg/Tag für einen 10-kg-Hund; Ca:P-Verhältnis sollte 1,2:1 bis 2:1 betragen
Eisen KG × 0,8 mg mg/Tag NRC (2006) empfiehlt 7,5 mg/Tag für 10 kg; Wert auf 8 mg/kg aufgerundet
Zink KG × 1,0 mg mg/Tag NRC (2006): ~10 mg/Tag für 10 kg; pflanzliches Zink hat geringere Bioverfügbarkeit (Phytinsäure)
Vitamin A KG × 100 µg RE µg RE/Tag NRC (2006): ~125 µg RE/kg KG; β-Carotin aus Pflanzen wird beim Hund schlechter in Vitamin A umgewandelt als beim Menschen
Vitamin E KG × 2,0 mg mg/Tag NRC (2006): ~2,0 mg α-Tocophoräquivalente/kg KG
💡 Vitamin B12 und Vitamin D sind in rein pflanzlicher Kost kaum bioverfügbar und werden im Rechner nicht berechnet – sie müssen grundsätzlich supplementiert werden. Die Angaben für Vitamin C sind informativ, da Hunde Ascorbinsäure selbst synthetisieren können.

🏥 3. Krankheitsspezifische Anpassungen des Tagesbedarfs

Bei bestimmten Erkrankungen werden die Basiswerte aus Abschnitt 2 modifiziert. Die Modifikatoren basieren auf klinischen Ernährungsrichtlinien (WSAVA, AAFCO, Tiermedizin-Lehrwerken) und dienen als Richtwerte – keine tierärztliche Diagnose.

Zustand Betroffener Wert Anpassung Begründung
Nierenprobleme Protein KG × 3,5 g (↓ von 5,0) Reduzierte Stickstofflast; NRC / WSAVA CKD-Leitlinie
Phosphor KG × 25 mg (↓ von 40) Phosphor ist nephrotoxisch – stärker limitieren bei CKD
Energie × 0,95 Geringfügige Reduktion zur Schonung
Leberprobleme Protein KG × 3,0 g (↓ von 5,0) Reduzierte NH₃-Produktion; verhindert hepatische Enzephalopathie
Fett KG × 1,0 g (↓ von 1,5) Fette werden bei Lebererkrankungen schlechter metabolisiert
Energie × 0,95 Geringfügige Reduktion zur Entlastung
Übergewicht Energie = RER × Altersfaktor (kein Aktivitätsmultiplikator) Nur der Ruheumsatz – keine Aktivitätszulage, um Kaloriendefizit zu erzeugen
Fett KG × 1,0 g (↓ von 1,5) Fettreduziert für Gewichtsabnahme
Gelenkprobleme Keine Änderung der Basiswerte Empfehlung fokussiert sich auf Omega-3-Quellen (Algenöl) – kein anderer Richtwert angepasst
Allergien Keine Änderung der Basiswerte Zutatenauswahl individuell; Mengenverhältnisse bleiben standard

🎯 4. Makronährstoff-Zielverteilung (% der Makrokalorien)

Neben den absoluten Gramm-Richtwerten zeigt der Rechner eine prozentuale Zielverteilung der Energie aus Eiweiß, Fett und Kohlenhydraten. Diese Werte leiten sich aus NRC / AAFCO-Empfehlungen sowie klinischen Ernährungsrichtlinien ab (Protein kcal = g × 4, Fett kcal = g × 9, KH kcal = g × 4).

Die Standardwerte können im Rechner unter der 5+1-Nährwertübersicht individuell angepasst und im Browser gespeichert werden.

Gesundheitszustand Eiweiß­anteil Fett­anteil KH-Anteil Begründung
Gesunder Hund 27 %33 %40 % Ausgewogene Energieverteilung nach NRC; mittelhoher Fettanteil für Vitalität
Nierenprobleme 15 %35 %50 % Stark reduziertes Protein → mehr Energie aus KH & Fett; WSAVA CKD-Guideline
Leberprobleme 15 %20 %65 % Reduziertes Protein & Fett; Hauptenergiequelle KH zur Leberentlastung
Übergewicht 35 %20 %45 % Erhöhtes Protein zur Muskelerhaltung, stark reduziertes Fett; kalorienreduziert
Gelenkprobleme 27 %30 %43 % Ausgewogen; leicht reduziertes Fett; Fokus auf Omega-3 (im Fettanteil)
Allergien 27 %33 %40 % Identisch mit normalem Hund; Zutatenauswahl individuell wichtiger als Verhältnis

🍳 5. Kochfaktor (Kochgewichts-Umrechnung)

Viele Zutaten werden trocken eingekauft und nehmen beim Kochen Wasser auf (Hülsenfrüchte, Getreide) oder geben Wasser ab (Gemüse). Der Rechner erlaubt es, Gewicht vor oder nach dem Kochen einzutragen.

Wenn du „ungekocht" wählst, multipliziert der Rechner die eingegebenen Gramm mit dem Kochfaktor (cookFactor), bevor die Nährwerte berechnet werden. Die Nährwertdaten in der Datenbank sind immer für den gekochten / zubereiteten Zustand angegeben.

Effektive Menge = eingegebene Gramm × cookFactor   (nur wenn „ungekocht" ausgewählt)
Zutat (Beispiele)KochfaktorBedeutung
Kichererbsen (roh → gekocht) 2,5 100 g roh ergeben ca. 250 g gekochte Kichererbsen
Braunreis / Weißreis (roh → gekocht) 3,0 100 g Reis ergibt ca. 300 g Gekochtes (Wasseraufnahme)
Karotten (roh → gedämpft) 0,92 Leichter Wasserverlust beim Dämpfen
Brokkoli (roh → gedämpft) 0,85 Wasserabgabe beim Garen
Kartoffeln (roh → gekocht) 0,88 Leichter Wasserverlust beim Kochen ohne Schale

Kochfaktoren basieren auf Messdaten aus dem Bundeslebensmittelschlüssel (BLS) und USDA Food Data Central. Die Werte sind Näherungen; tatsächliche Faktoren können je nach Kochzeit und Wassergehalt der Rohware leicht abweichen.

🗄️ 6. Nährstoffdatenbank

Die Nährwertangaben pro 100 g Zutat stammen aus folgenden öffentlich zugänglichen Quellen. Alle Werte sind Mittelwerte – individuelle Abweichungen durch Sorte, Anbauweise, Herkunft und Lagerung sind möglich.

  • USDA
    USDA FoodData Central – U.S. Department of Agriculture.
    Primäre Quelle für die meisten Zutaten.
    fdc.nal.usda.gov
  • BLS
    Bundeslebensmittelschlüssel (BLS) – Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) / Max Rubner-Institut.
    Ergänzende Quelle für europäische Lebensmittel und Kochfaktoren.
    mri.bund.de – BLS
  • NRC
    National Research Council (2006): Nutrient Requirements of Dogs and Cats. National Academies Press, Washington DC.
    Grundlage für Tagesbedarf-Richtwerte (Protein, Fett, Mineralstoffe, Vitamine).
    ISBN 978-0-309-08628-8
  • AAFCO
    AAFCO Dog Food Nutrient Profiles (2023) – Association of American Feed Control Officials.
    Ergänzende Referenz für Mindest- und Höchstmengen von Nährstoffen in Hundefutter.
  • WSAVA
    WSAVA Global Nutrition Guidelines – World Small Animal Veterinary Association.
    Grundlage für krankheitsspezifische Empfehlungen (CKD, Lebererkrankungen, Übergewicht).
    wsava.org – Global Nutrition Guidelines
  • Hersteller
    Vegan4Dogs – V-Complete (dP-Kern Bartsch & Magdalena Schmidt GbR).
    Nährwertangaben gemäß Produktdeklaration auf der Verpackung; IU-Werte nach dem Umrechnungsschlüssel 1 IU Vitamin A = 0,3 µg RE.
    Hinweis: Deklaration kann sich ändern – aktuelle Verpackungsangaben prüfen.

🧮 7. Beispielrechnung: Vom Hund-Profil bis zur optimierten Ration

Dieses Beispiel zeigt den kompletten Ablauf im Rechner – inklusive der sichtbaren Nutzeraktionen und den Berechnungen im Hintergrund.

A) Was der Benutzer eingibt

FeldBeispielwertWirkung im Rechner
Gewicht10 kgBasis für RER und Nährstoff-Richtwerte
Alter3 JahreAltersfaktor = 1,0
AktivitätNormalAktivitätsfaktor = 1,6
KastriertNeinKastriert-Faktor = 1,0
BCS5 (ideal)BCS-Faktor = 1,0
ZustandGesund / NormalKeine krankheitsspezifische Reduktion

B) Berechnung im Hintergrund (Tagesbedarf)

RER = 70 × 100,75 = 393,6 kcal/Tag
Energiebedarf = 393,6 × 1,6 × 1,0 × 1,0 × 1,0 = 629,8 ≈ 630 kcal/Tag

Protein = 10 × 5,0 = 50 g/Tag
Fett = 10 × 1,5 = 15 g/Tag
Calcium = 10 × 50 = 500 mg/Tag
Phosphor = 10 × 40 = 400 mg/Tag

C) Was der Benutzer als Rezept macht

  1. Im Bereich Aktuelles Rezept Zutaten hinzufügen (z. B. Tofu, Quinoa, Süßkartoffel, Brokkoli, Leinöl).
  2. Gramm-Mengen pro Zutat anpassen.
  3. Bei kochbaren Zutaten ggf. „gekocht/ungekocht“ setzen (Kochfaktor wirkt im Hintergrund).
  4. Unterhalb des Rechners die Nährwert-Balken und Abdeckung prüfen.

D) Was beim Klick auf „Ration optimieren“ passiert

SchrittHintergrundprozessZiel
1. Zielwerte laden Tagesenergie aus Hund-Profil + Makro-Zielverteilung aus Gesundheitszustand Klare Sollwerte für die Optimierung setzen
2. Rezept analysieren Aktuelle kcal sowie Protein-/Fett-/KH-Energien aus allen Zutaten berechnen Ist-Zustand erfassen
3. Mengen skalieren Zutatenmengen werden makrogeführt und anteilig skaliert Makroverteilung verbessern, Verhältnis der Zutaten erhalten
4. Auf Tages-kcal normieren Gesamtrezept wird auf den errechneten Energiebedarf des Hundes angepasst Ration passt besser zum Tagesbedarf
5. Maximalanteile je Zutat anwenden Jede Zutat wird relativ zur Gesamtmenge begrenzt (Öle besonders streng) Praxisnahe Mengen, verhindert „zu viel Öl“
6. Ergebnis anzeigen Rezept und Nährwertübersicht werden neu gerendert, Hinweise ausgegeben Nutzer sieht sofort das optimierte Resultat

Wichtig: Die Optimierung ist eine optionale Hilfe. Nutzer können danach weiterhin jede Zutat und Gramm-Menge manuell frei anpassen.

⚕️ 8. Rechtlicher Hinweis

Alle Angaben auf dieser Website und im Rechner dienen ausschließlich zu Informationszwecken. Sie ersetzen weder eine tierärztliche Beratung noch eine individuell angepasste Ernährungsplanung durch einen zertifizierten Tierernährungsberater.

Individuelle Nährstoffbedürfnisse können erheblich von den hier verwendeten Richtwerten abweichen (Rasse, Gesundheitszustand, Genetik, Aktivität). Die berechneten Werte sind Schätzungen auf Basis allgemeiner Durchschnittsdaten.

Bei Erkrankungen gilt besonders: Diätpläne müssen immer in Absprache mit dem Tierarzt erstellt werden. Regelmäßige Blutuntersuchungen sind bei Diätfutter unerlässlich.

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